Gestalte deine Berufsorientierung!

Du fragst dich, wie du herausfinden kannst, welcher Beruf zu dir passt? Vielleicht kannst du ein bisschen anders an die Fragestellung herangehen: Frage dich zunächst einmal, wo dein Berufsweg starten soll, denn deine Karriere muss nicht geradlinig sein.

Früher war es üblich, dass Kinder die Berufe ihrer Eltern gelernt und ein Leben lang fortgeführt haben. Heute ist das anders. Wir können wählen, welchen Beruf wir lernen möchten. Dies bedeutet aber nicht, dass wir diesen unser Leben lang ausüben. Berufe können sich verändern und es entstehen ständig neue Berufe.

Aber auch deine Interessen sind in ein paar Jahren vielleicht ganz anders als heute oder vielleicht möchtest irgendwann einfach mal etwas Neues ausprobieren und wechselst deinen Beruf. Wer mit einer Ausbildung zum / zur Tischler*in beginnt, macht möglicherweise später noch ein Studium, oder arbeitet z.B. als Verkäufer*in in einem Möbelhaus. Es kann aber auch etwas sein, das wirklich nichts mehr mit der ersten Ausbildung zu tun hat. Lebensläufe sind nach der ersten Berufswahl nicht festgelegt. Menschen nehmen sich auch mal eine Auszeit oder machen eine Umschulung.

Doch wer wählen kann, muss sich entscheiden, und die Auswahl ist riesig und daher auch nicht immer ganz einfach!

Als Entscheidungshilfe werden uns oft Neigungstests angeboten, die unsere Interessen abfragen und uns dazu passende Berufe oder Studiengänge vorschlagen. Wer so einen Test macht, bekommt danach meistens nicht das Gefühl, seinen Traumjob gefunden zu haben. Das Ergebnis gibt wahrscheinlich unsere Interessen wieder, aber, ob wir uns für die Vorschläge geeignet fühlen und ob die Berufe uns zufrieden machen, kann der Test nicht voraussagen.

Wir empfehlen daher, derartige Tests zu nutzen, um der Berufswahl Impulse oder eine Richtung zu geben, nicht aber um eure Entscheidung zu übernehmen.

Unsere 5 Schritte für die Berufsorientierung

Es gibt unzählige Beispiele von Menschen, die mit einer Ausbildung begonnen haben, die nichts mehr mit ihrem heutigen Beruf zu tun hat. Und das ist nichts Schlechtes. Stefan Raab beispielsweise ist gelernter Metzger. Marius aus dem BOOM Team hat mit einer Ausbildung zum Elektroniker begonnen, hat danach sein Fachabitur gemacht, Ingenieurwesen studiert, in der Bauleitung gearbeitet und plant heute die BOOM Feriencamps.

1. Womit möchtest du dich jetzt beschäftigen? Was möchtest du lernen? Hilfreich ist es natürlich, wenn du eine Vorstellung davon hast, wofür das nützlich sein kann. Entscheidender ist aber erstmal herauszufinden, was dich interessiert und was dir Spaß macht.

2. Für welche Aufgaben und Tätigkeiten kannst du dir vorstellen Verantwortung zu übernehmen?

Die Antworten darauf zu finden ist nicht immer leicht und sie brauchen manchmal etwas Zeit. Es kann dir helfen, dich zu den Fragen mit Freund*innen, Familie oder Lehrer*innen auszutauschen. Schau hier wirklich auf dich, vertraue mehr auf das, was von dir kommt und was gut für dich ist. Versuche nicht die Ziele deiner Freund*innen „nachzuwollen“. Um Ideen zu bekommen, in welche Richtung es gehen könnte, kannst du auch mal einen Neigungstest nutzen. Wichtig ist aber...

Erlebe etwas Arbeitswelt. Vielleicht findest du ein Hobby, ein Praktikum oder einen Ferienjob, der dir Spaß macht, und wo du schon lernen kannst, was es bedeutet etwas Verantwortung zu übernehmen. Und wenn du dabei lernst, was dir keinen Spaß macht, ist das eine ebenso hilfreiche Erkenntnis. Manchmal findest du so schon einen passenden Ausbildungsplatz. Mit jeder Erfahrung verstehst du immer besser, was zu dir passt und was dir Spaß macht (und was nicht). Ausprobieren kannst du auch ganz viel in unseren Feriencamps.

Vielleicht, weil du die Mitarbeitenden toll findest, die Firma spannende Arbeit leistet, besonders nachhaltig handelt, oder mit einem deiner Hobbys zu tun hat. Kannst du dir vorstellen dort zu arbeiten? Trete mit der Firma in Kontakt, vielleicht kennst du oder jemand aus deinem Bekanntenkreis eine*n Mitarbeiter*in? Frag dort auch mal nach Informationstagen oder Jobmessen. Du musst nicht unbedingt dort deine Ausbildung beginnen, aber es wird helfen, diese Unternehmen zu kennen und abzuchecken.

Es wird vielleicht ein Moment kommen, an dem du Lust auf einen anderen Beruf hast. Dann wird sich zeigen, wie du deinen weiteren Weg gestaltest. Doch eines ist sicher: Es wird genug Möglichkeiten geben, dich weiterzubilden oder neu auszurichten. Und du wirst auch dann von deinen Erfahrungen aus deiner vorangegangenen Laufbahn profitieren und wahrscheinlich keine deiner vorigen Entscheidungen bereuen.

Es ist nie zu früh und nie zu spät sich damit auseinander zu setzen, was du gerne machst, deine Berufswahl folgt dann von ganz alleine.

Viel wichtiger für die Zufriedenheit im Beruf ist letztenendes auch dein Arbeitsumfeld, also deine Kolleginnen und Kollegen sowie die vernünftige Bezahlung. Und auch hier kann es sein, dass du nicht sofort bei einer Firma landest, in der du für immer bleiben möchtest.

BOOM als wichtiger Schritt in deinem Berufsorientierungsprozess

Im BOOM-Camp machst du einen essenziellen Schritt für deine berufliche Orientierung: Du stellst dich neuen Herausforderungen und probierst im Team (vermutlich mit Leuten, die du noch nie zuvor gesehen hast) neue Tätigkeiten aus und erschließt dir so vielleicht auch neue Interessensgebiete.

All dies sind nicht nur wertvolle Erfahrungen für deine persönliche Orientierung, auch im Berufsleben spielen Teamfähigkeit, Neugier, Interesse und Offenheit eine große Rolle (Stichwort Lebenslanges Lernen). Natürlich ist klar, dass die berufliche Orientierung auch ein längerfristiger Prozess ist, der auch bei Menschen im Berufsleben noch nicht abgeschlossen sein muss.

Mehr zu Berufsorientierung, Praktikumsmöglichkeiten und Ausbildungsmodellen

Du möchtest dich noch intensiver mit dem Thema Berufsorientierung auseinandersetzen und vielleicht sogar mehr über bestimmte Berufe oder Praktika-Möglichkeiten erfahren? Dann stöber doch mal in unserer Berufsorientierungs-Bibliothek!